Zwei mal Nasenbluten seit gestern Abend. Da wird mir erst mal bewusst wie spontan so ne dämliche Blutung auftreten kann. So lange es nur die Nase ist... und es hörte Gott sei Dank auch innerhalb von ca. 20 Minuten wieder auf.
Meine Blutwerte sind durch die Chemo natürlich entsprechend bescheiden. Nur die Gerinnung wird immer besser, hat fast schon Normalniveau. Das bedeutet schon mal, dass die Therapie nicht fruchtlos ist. Zusätzlich bekomme ich nun seit heute ein Antibiotikum, weil meine Entzündungswerte etwas angestiegen sind und eine fieberhafte Infektion natürlich um jeden Preis vermieden werden soll.
Ich hoffe mein Baby steckt das alles auch gut weg.
Inzwischen sind meine Schwiegereltern aus Norwegen zurück und mein Mann ist froh über die zusätzliche Unterstützung.
Manchmal hab ich ein bisschen Angst, dass der Kleine mich gar nicht mehr erkennt, wenn er mich irgendwann mal wiedersieht. Es ist mir klar, dass er mich nicht in dem Umfang vermisst wie der Große, aber ab wann entfremdet man sich denn von einem Kind - von dem eigenen Kind? Ich bin natürlich unendlich froh, dass die beiden nicht den ganzen Tag nach mir jammern, zu Hause alles gut läuft und die beiden so toll betreut werden und ihnen das offensichtlich auch sehr gut tut, aber ich will meinen ersten Platz nicht abgeben.
Heute ist so ein Tag an dem ich mich mal wieder frage "Warum ich?" Hab ich schlechtes Karma gesammelt? Ist das die Strafe dafür, dass ich immer dachte "Sowas trifft mich schon nicht."?! Aber sind wir mal ehrlich. In gewisser Weise wahren wir doch zu solchen Themen, die sich mit schlimmen Krankheiten, Tod und Sterben, Leid und Ungerechtigkeit in der Welt auseinandersetzen, immer eine gewisse Distanz. Wie auch sonst, sollte man überhaupt in der Lage sein das eigene Leben zu genießen? Wenn man sich ständig Sorgen und Gedanken um Eventualitäten macht verpasst man so einiges.
Auf meine Frage werde ich wohl so schnell keine Antwort bekommen, aber wenn ich irgendwann denjenigen treffe, der sich diesen Plan für mein Leben ausgedacht hat, werde ich ihm kräftig vor´s Schienbein treten und fragen, was zum Teufel er sich dabei gedacht hat. Vielleicht hab ich bis dahin auch schon einen tieferen Sinn in der Sache gefunden und das Ganze hat sich erledigt.
Liebe Millie, ich glaub die Frage "warum ich" wirst du nie beantwortet kriegen. Wir haben hier in der Familie auch eine bescheidene tödlich endende Erbkrankheit (Chorea Huntington) - von daher kann ich seit Jahren die Distanz vor diesen schrecklichen Krankheiten nicht mehr wahren und mir nicht mehr denken, sowas trifft nur die Anderen. Du hast das "Glück" im Gegensatz zu meiner Mutter, dass du mit der Hoffnung und dem eisernen Willen auf Heilung lebst - während meine Mama nur auf ihren Tod warten kann. Du wirst es schaffen, mein Gefühl sagt mir das einfach. Wie du an die Sache rangehst, wie du dir Gedanken darüber machst, ob du oder dein Baby zuerst nach Hause kommen... du schaffst das! Hey, Nasenbluten pupsegal, lieber obenraus als untenraus ;-) Ich drück dir weiterhin die Daumen für jeden einzelnen Tag - euch beiden!!! Mach dir keine Gedanken, dein kleiner kann dich vielleicht noch nicht richtig vermissen, das heisst aber nicht dass er dich vergisst. Du bist seine Mama, das weiss er schon. Drück dich gaaaaaaaaanz fest! Kerstin
AntwortenLöschen"Warum ich?" Muss es für alles einen Grund geben? Wenn du an Schicksal glaubst, dann glaube nicht an eine Bestrafung, sondern eine Prüfung. Und die wirst du bestehen, da bin auch ich mir sicher. Es wird nicht leicht werden, aber danach wirst du zu den wenigen gehören, die das Leben aus einer anderen Sicht betrachten können und dürfen und die Kleinigkeiten wieder zu schätzen wissen und einfach bewusster Leben werden. Du wirst viele Erfahrungen sammeln, aus denen du lernen und profitieren wirst. In vielen Glaubensrichtungen ist es sogar eher so, dass der der im Leben viel mitmacht, nach dem Leben es gut haben wird. Lebe jeden Tag und nimm alles was möglich ist mit und beschäftige dich nicht mit der Frage nach dem warum, sondern damit jeden moment auszukosten. dann wirst du nichts verlieren. Ich glaube fest daran, dass du es schaffst und wünsche dir, dass du bald wieder zu deinen lieben zurück kannst. du wirst es schaffen und egal was passiert, hör nicht auf an dich und dein baby zu glauben und jeden moment auszukosten...egal ob du gesund oder krank bist. Ich wünsche dir alles erdenktliche gute und viel kraft und natürlich auch deiner familie und deinen ungeborenen. ihr schafft das.
AntwortenLöschenLiebe Queen,
AntwortenLöschenIch verfolge dein Schicksal Gofem-bedingt mit. Ich bin allerdings nicht der Typ für Durchhalteparolen, dafür finde ich die "klassischen" Sätze leider oft zu abgedroschen. Deswegen würde ich mich gerne immer wieder mit "praktischen" Tipps einschalten, vielleicht hilft dir das ja auch :).
Zum Thema Nestbautrieb: Bist du jemand, der gerne bastelt, handarbeitet oder handwerkelt? Wenn du schon nicht die "klassischen" Vorbereitungen aufs Babys mitmachen kannst, kannst du deiner Kleinen ja vielleicht während der langen Tage im Krankenhaus die individuellste Erstausstattung der Welt verpassen? Oder deine Jungs beschenken? Ich denke an bestickte Klamotten, Selbstgenähte Patchworkdecken, ein Unikat-Mobile...
Ich hätte z.B. zwei Bücher mit Stickmotiven (eines explizit für Babys, eines eher allgemein und mit Vorlagen zu allen möglichen Themen) kostenlos abzugeben. Wenn du Interesse hast, schick mir einfach eine PN über Gofem: Rsk7.
Viele Grüße und alles Gute
Rsk
Argh... und entschuldige die Rechtschreibfehler ;)
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