Am Montag Vormittag bekam ich die freudige Nachricht, dass ich noch am gleichen Tag das Krankenhaus verlassen darf. Unendliche Freude! Am Freitag sollte ich wieder aufgenommen werden. Auch während der freien Tage standen einige Termine an, zu denen ich leider in die Klinik fahren musste. Der Dienstag jedoch gehörte ganz der Familie.
Am Mittwoch hatte ich morgens um 8 Uhr einen Termin zur ambulanten Knochenmarkpunktion. Zuerst wurde noch ein mal das Blutbild kontrolliert und als die Werte dann gegen 9:30 Uhr da waren gings los. Das Schlimmste an der Sache war mal wieder die örtliche Betäubung und, dass der Arzt auch dieses mal mehrfach punktieren musste. Dennoch ging alles recht fix und nach einer Viertelstunde liegen durfte ich gehen.
Anschließend gings noch zu den Gynäkologen zum Abholen der ersten Lungenreifespritze für die kleine Mila.
Den Nachmittag haben wir bei meinen Schwiegereltern verbracht und ich habe gefühlte 3 Millionen Fotos und Videos von den Kindern gemacht.
Donnerstag Vormittag musste ich erneut in die Klinik. Zum einen die zweite Lungenreife abholen und zum Anderen für das Aufklärungsgespräch zur Implantation eines zentralvenösen Zugangs (Hickman). Eigentlich sollte an dem Tag auch direkt die OP sein (11:30 Uhr), aber da gab es wohl ein Kommunikationsproblem innerhalb des Krankenhauses und so stand ich nicht im Plan. Da aber am nächsten Tag ja direkt mit der Chemo begonnen werden sollte war es natürlich wichtig, dass ich dieses Ding so schnell wie möglich bekomme. Nach einigen Telefonaten bekam ich dann für den nächsten Tag um 7:30 Uhr einen Termin im ambulanten OP und sollte danach dann direkt stationär bleiben.
Nachmittags war ich mit meinen Liebsten in der Stadt bummeln, Eis essen und abends folgte dann der Abschied von den Babies. Es fiel mir zwar wieder schwer, aber es war nicht so schlimm wie beim ersten Mal. Ich kann ja in etwa einschätzen, was auf mich zukommt und ich weiß, dass es nicht für eine so lange Zeit wie beim letzten mal sein wird.
Freitagmorgen ging es um 6 Uhr zu Hause los. Auf dem Klinikgelände angekommen brachte ich zuerst meine Tasche auf die Station und ging dann in den ambulanten OP zur Anmeldung. Du liebe Güte, was war ich nervös. Ich wurde direkt zum Umziehen geschickt und bekam ein Bett und dann gings auch schon los. Ich wurde in den OP gefahren, musste auf eine schicke Liege umsteigen, bekam eine Röntgenschürze um (während der OP wird die Lage des Zugangs mittels Röntgen überprüft und Mila sollte ja geschützt sein) und der operierende Chirurg und die Schwestern stellten sich vor.
Das OP Gebiet (rechte Brust, rechter Oberarm bis oberhalb des Schlüsselbeins) wurde desinfiziert, ich bekam eine lokale Betäubung, alles wurde steril abgedeckt und ich sah nichts mehr. Komisches Gefühl. Sehr schmerzhaft war die Sache nicht. Das Einzige, was wirklich ein sehr unangenehmes und auch schmerzhaftes Gefühl ist, ist der Moment, in dem die Vene punktiert und aufgedehnt wird, um den Katheter einführen zu können. Es ist wie ein unglaublich heftiger Druck, der aber sofort nachlässt, wenn der Katheter liegt und die Führung wieder zurückgezogen ist. Ja und das wars dann auch schon. Die zwei kleinen Schnitte wurden noch vernäht und verpflastert und ich durfte zurück in mein Bett und auf die Station.
Dass ich am selben Abend den gleichen Weg noch mal gehen würde, ahnte ich da noch nicht. Ich war einfach nur erleichtert, dass ich das hinter mir hatte.
Ich frühstückte, räumte meine Sachen in die Schränke, las ein bisschen. Irgendwann kam die Ärztin zum Anhängen der ersten Chemo. Der Katheter sollte angespült werden, um die Durchgängigkeit zu testen (morgens im OP lief alles einwandfrei). Leider ging da gar nichts. Weder vor noch zurück. Die Ärztin versuchte es mehrfach, eine Schwester probierte ihr Glück - Nichts. Also wurde die diensthabende Chirurgin kontaktiert. Auch sie hatte keinen Erfolg. Als sie es dann mit etwas größerem Druck versuchte, platzte der Katheter. Herzlichen Glückwunsch! Ich wurde also spontan noch ein mal auf den OP Plan gesetzt und fand mich gut eine Stunde später wieder in der gleichen Situation wie morgens. Nur dieses mal dauerte alles viiiel länger. Mein Schlüsselbein war nämlich das Problem. Egal wie die Ärzte (ja, inzwischen versuchten sie es zu zweit) den Katheter auch drehten und wendeten und die Vene aufdehnten, sie kamen einfach nicht daran vorbei und wenn doch, dann knickte er ab. Irgendwann ließ die örtliche Betäubung nach und ich hatte echt keinen Bock mehr. Ich war richtig genervt und kurz davor zu sagen, dass sie ihren Scheiß doch bitte einfach abbrechen sollen, wenn sie´s eh nicht können. Mein rechter Arm und die Schulter waren nun seit gut 45 Minuten in einer unmöglichen Position gelagert und ich fror trotz wärmender Decke erbärmlich.
Mit einem anderen Führungsdraht und noch etwas Geduld "flutschte" es auf einmal. Das Ding war drin. Endlich. Erleichterung. Ich hätte am liebsten geheult, auch, weil ja noch genäht werden musste und von der Betäubung inzwischen nix mehr da war. Alles wurde noch mal überprüft, es wurde eine kleine Infusion angehangen, um die Durchgängigkeit zu gewährleisten und um 20 Uhr war ich wieder in meinem Zimmer.
Die Chemo fiel natürlich ins Wasser an dem Tag.
Am Samstag Vormittag lief dann die erste. Ich hatte so Panik, dass der Zugang wieder nicht durchgängig ist, aber es war (und ist - toitoitoi) alles okay.
Heute habe ich grauenvollen Muskelkater in der rechten Schulter, von der Lagerung. Ansonsten geht es mir ganz gut.
Die genauen Ergebnisse der Knochenmarkpunktion werden wohl morgen oder Dienstag aus dem Labor aus München eintreffen, aber das, was der Onkologe sich hier unter dem Mikroskop angesehen hat sieht sehr gut aus.
Bis bald!
Ich weiß nicht wo ich anfangen geschweige denn wo ich aufhören soll. Ich vermisse dich und ich könnte täglich mir in den Arsch beißen ( wenn ich nicht so schrecklich ungelekig wäre und es wenigstens etwas bringen würde..), dass ich nicht da sein kann. Ich hab es dir zwar gesagt, aber ich hab das Gefühl es nicht oft genug sagen und schreiben zu können. Ich werde im Oktober kommen. Wann und wie weiß ich nicht, aber aus dem Hochschulalltag kann ich mich leichter für ein paar Tage ausklinken als aus dem Praktikum. Ich weiß, dass ich dir bisher nie gesagt habe, dass ich dir verziehen habe. Und das schon lange bevor, dass alles passiert ist. Um genau zu sein seit fast 2 Jahren. Dich neulich am Telefon zu hören, deine Stimme, deine Art hat mir bewusst gemacht wie lange du zu mir gehört hast und wie wichtig du mir bist. Wenn ich könnte würde ich ohne zu zögern dir deine Krankheit abnehmen. ( Auch wenn mir eine Glatze mit Sicherheit nicht so gut steht wie dir ;) )
AntwortenLöschenIm Oktober sehen wir uns, egal ob du willst oder nicht :D Deine Ma wird mich im Zweifelsfall schon zu dir führen. Ich freue mich richtig, dass die Chemo angeschlagen hat und es dir und der Kleinen Mila ( wie süss! ) gut geht! Und natürlich, dass du für ein paar Tage nach Hause konntest zu deinen Zwergen. Ich denke täglich an dich, auch wenn ich mich nicht so regelmäßig melde. Aber ich finde wir sollten die vergangenen Jahre nicht am Telefon aufholen müssen. Die letzte Woche hab ich viel an Viehmarkt gedacht und dass wir den immer zusammen verbracht haben. BREAKDANCER :D Bis zum bitteren erbrechen inklusive dem Kamelhaarpulli. Und dann lauf ich gestern hier übers Schwedenfest und muss feststellen, dass da ein Breakdancer steht. Ich hab das Ding und die damit verbundenen Erinnerungen solange angestarrt. Was hätte ich dafür gegeben nur eine Runde mit dir zu fahren. Ein Hoch auf blaue Flecke^^
Ich wünsche dir alle Kraft und Heilungsmittel dieser Erde damit du schnell wieder die alte bist. Mit dir hatte ich die schönste Zeit, die man mit einer Freundin nur haben kann. Es gibt soviele Erinnerungen, die mich heute noch schmunzeln lassen. Mückenplage in Barth, Rockfun24 und seine Männer ( bzw DAAAANIEL von Digital Radio wollen wir natürlich auch nicht vergessen :DD ), Oreo Kekse ohne Ende, unsere geliebten Therme / Fressabende an denen wir doch letzlich mit dem Taxi heim sind, weil wir uns kaum noch bewegen konnten :D Das Vorlesen aus Schlechten Sex Büchern, sogar Weihnachten haben wir teils zusammen verbracht. Die DVDs, die du mir damals geschenkt hast werden sehr regelmäßig genutzt. Meisten mit Schokolade und Alkohol. Soviel zu meinem Lebensmotto.
Ich nehme das Dessert und den Alkohol.
Das Mareike an deine Wand in der KS Wohnung schimmert vermutlich immer noch durch wenn man gegens Licht guckt :D Der Karaoke Abend im Irish Pub, wo ich dachte ich hätte mein Portemonnaie inklusive meines Handys und Schlüssels verloren und du seelenruhig daneben standest bis wir begriffen hatten, dass die Sachen aus diebstahltechnischen Gründen in deiner Handtasche waren :D Die Abende im Maya Coba ( gott wir MÜSSEN das wiederholen! ), die Shoppingtouren zu Hunkemöller und die gefühlten 5467 DVD Abende.
Es wäre schön, wenn wir nach der Geburt der Kleinen und nach Überstehen des ganzen Rotzes uns mal Zeit für UNS nehmen würden. Vielleicht in einem Jahr? Wenn wieder ein wenig Ruhe eingekehrt ist. Ein kleine M&M Trip wohin auch immer. Ich denk an dich und bin für dich da. Fühl dich gedrückt mein Herz und freu dich auf Oktober! Ich bring auch Burger King Essen oder so mit :D
Hugs & Kisses
Aurora